NeuroIrideV1.4

Forschung und Datenschutz

Eine Studie zu Bildern, die sich der Behandlung entziehen

NeuroIride entsteht auch, um eine präzise klinische Frage zu beantworten: Welches Gewicht hat nicht erkannte Neurodivergenz bei psychischen Beschwerdebildern, die kaum auf Behandlung ansprechen?

Die Frage

In der klinischen Praxis begegnen wir oft Menschen mit Angst, Depression oder affektiven Störungen, die bereits mehrere Therapien ohne echten Nutzen ausprobiert haben. Bei vielen dieser sogenannten therapieresistenten Bilder liegt unter der klassischen Psychopathologie eine nie erkannte neurodivergente Funktionsweise: eine ADHS, autistische Merkmale, eine Legasthenie, eine sensorische Empfindlichkeit, die den Alltag anstrengend machen. Wird nur die oberste Schicht behandelt, bleiben die Ergebnisse schwach.

Unser Ziel ist es, mit einheitlich erhobenen Daten zu beschreiben, wie sich bei Erwachsenen die verschiedenen Bereiche des Spektrums der Neurodiversität mit den psychopathologischen Beschwerdebildern verflechten, die sie begleiten, und zu verstehen, welche Kombinationen mit den schwierigsten Behandlungsverläufen einhergehen.

Drei Arbeiten, von denen wir ausgehen

Autismus und Komorbiditäten

Lai M-C, Kassee C, Besney R, et al. (2019). Prevalence of co-occurring mental health diagnoses in the autism population: a systematic review and meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 6(10), 819-829.

Eine Metaanalyse über Dutzende von Studien zeigt, dass bei autistischen Menschen begleitende psychiatrische Diagnosen eher die Regel als die Ausnahme sind: ADHS, Angststörungen und depressive Störungen treten viel häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung.

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ADHS im Erwachsenenalter und dimensionaler Ansatz

Katzman MA, Bilkey TS, Chokka PR, Fallu A, Klassen LJ (2017). Adult ADHD and comorbid disorders: clinical implications of a dimensional approach. BMC Psychiatry, 17, 302.

Die Übersichtsarbeit beschreibt, wie häufig ADHS bei Erwachsenen zusammen mit affektiven Störungen, Angststörungen, Substanzgebrauchsstörungen und Persönlichkeitsstörungen auftritt, und schlägt vor, sie in Dimensionen zu lesen: dieselbe Logik, der auch das Profil von NeuroIride folgt.

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ADHS und therapieresistente Depression

Chen M-H, Pan T-L, Hsu J-W, et al. (2016). Attention-deficit hyperactivity disorder comorbidity and antidepressant resistance among patients with major depression: a nationwide longitudinal study. European Neuropsychopharmacology, 26(11), 1760-1767.

In einer landesweiten Studie hatten Menschen mit einer Major Depression und ADHS ein mehr als doppelt so hohes Risiko, nicht auf Antidepressiva anzusprechen, wie Menschen, die nur eine Depression hatten; eine regelmäßige Behandlung der ADHS verringerte dieses Risiko.

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Wie wir die Daten schützen

Die Studie beginnt erst, nachdem eine Ethikkommission das Forschungsprotokoll begutachtet hat.

Die Literaturangaben dienen der Information. NeuroIride stellt keine Diagnosen: Die Plattform unterstützt die Einschätzung der Fachperson.